• Dima

Langfristige Zufriedenheit

Aktualisiert: 9. Okt 2020

Heute war der Geburtstag meiner Tante, den wir mit Geschenken und Essen gefeiert haben. Es wurde selbstverständlich ein Kuchen gebacken, den wir mit Kaffee gemeinsam an einem Tisch verputzt haben.


Dieser Tag hat sich nicht von den anderen unterschieden, an denen wir ebenso zusammen an einem Tisch gegessen haben, er war nur etwas luxuriöser betont. Wenn ich sage luxuriös, meine ich damit, dass jeder zwei Frikadellen und einen gebratenen Fisch mit Suppe bekam. Und dazu kommt der Umstand, dass wir zu viert an einer Tischhälfte gesessen haben, was das Verständnis von Nähe neu definiert. Dagegen wirkt ein vornehmes Abendessen mit protzigem Ambiente sehr scheinhaft und bezugslos.

Dass man auch wie ein Hans im Glück mit wenig zufrieden sein kann, weiß jedes Kind, dass eine Märchensammlung hat. Aber...



wozu man in langfristiges Glück investieren sollte ist nicht jedem klar.


Es ist die Ungeduld, die uns gierig nach dem Genuss greifen lässt


Die Befriedigung spontaner Bedürfnisse macht einen nicht Glücklich auf lange Sicht, sondern lenkt nur von den wesentlichen Dingen ab. Unter den physiologischen Bedürfnissen gibt es Faktoren, die langlebige, positive Veränderungen hervorbringen, wie z.B. die Änderung der Essgewohnheiten für einen schlankeren Körper. Mitunter gibt es aber auch unwesentliche Dinge, die einen Ablenken, wie Pommes oder Eis. Jeder weiß, dass diese Produkte ihren Genuss sofort nach dem Verzehr verlieren. Und jeder weiß, dass diese Zeit nicht länger als 5 Minuten beträgt. Aber es ist unsere Ungeduld, die uns nach dem Genuss greifen lässt.



Es war dieser Tag, an dem mir das wirklich bewusst wurde. Diese Verführungen funktionieren nur, weil das Gehirn diese Befriedigenden Impulse nochmal erleben will, allerdings ist diese kurzlebige Verführung nur ein Geschmacksverstärker, der ein gewöhnliches Bedürfnis in ein verlockendes Aroma kleidet, sodass wir denken, dass uns diese unwesentlichen und kurzlebigen Verführungen glücklich machen.



Die Erkenntnis, die ich schlussendlich gewonnen habe, bezog sich also weniger auf die ewiggestrige Geschichte, dass man auch mit weniger zufrieden sein kann, sondern vielmehr auf meine Wahrnehmung der unwesentlichen Bedürfnisse. Das sind nicht blose Entzugserscheinungen eines Luxus, der überhaupt nicht Lebensnotwendig ist. Das sind im Kern Impulse, die dem Gehirn fehlen aber dennoch total unwesentlich sind.


Wenn du also, wie Hans im Glück, jedem spontan auftretenden Bedürfnis die offene Hand entgegenstreckst, befriedigst du die kurzlebigen Impulse, wirst aber in 5 Minuten sofort wieder fallengelassen.


Wir tragen alle einen Goldklumpen mit uns, doch wer ungeduldig ist, tauscht ihn gegen ein Pferd - dann eine Kuh - dann ein Schwein - dann eine Gans - und schlussendlich gegen einen Stein, je nachdem welches Bedürfnis man gerade verspürt.


Doch wer es schafft allen Verführungen zu widerstehen, und sich nur darauf konzentriert seinen Goldklumpen ans Ziel zu tragen, der wird innerlich auch wirklich Glücklich.




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